
David Cassidy on the Web
2006
www.tv-nostalgie.de
POP Nr. 15 aus dem Jahr 1975
English translation below
German Text
"Ich will nicht mehr!" sagte Dacid Cassidy vor einem Jahr. Der Traum von Millionen Mädchen in aller Welt hatte es satt, als Pseudo-15jähriger powackelnd Kinderhorden zum Rasen zu bringen. Symbolisch opferte er seine Haarpracht dem Friseur - der endgültige Bruch mit der Vergangenheit sollte auch optisch vollzogen werden. Heute aber, 12 Monate später, ist das Teenidol wieder da. Mit nachgewachsenem Pony, einer neuen Single und einer neuen LP läutet er sein Comeback ein. David Cassidy hat sich besonnen, er ist wieder der alte. Oder? POP-Korrespondent Barry Levine besuchte den 25jährigen in seinem Haus in Los Angeles, der offen und rücksichtslos mit seiner Vergangenheit als Teenstar abrechnete. Er erlebte
David Cassidy intim wie nie
Unser Gespräch beginnt mit einer Szene, die aus einem der schlechteren "Partridge-Familie"-Drehbücher stammen könnte. David erscheint im weißen Anzug und lässt sich auf der Terrasse des Hauses in einen Gartenstuhl fallen. Sofort springt er erschrocken wieder auf - wenige Stunden zuvor hatte es geregnet, und das Stuhlkissen hat sich vollgesogen wie ein Schwamm. Davids weiße Hose ist klatschnass. Er läuft ins Haus, um sich mit einem Handtuch trocken zu rubbeln. Minuten später ist er zurück.
Äußerlich verändert hat sich David Cassidy nicht. Er ist der süße Boy wie eh, die gekappten Haare sind nachgewachsen. Noch immer kann sein Lächeln Millionen Mädchen verführen. Mädchen? Wie war das mit dem Cassidy-Interview in einem deutschen Homosexuellen-Magazin?
David Cassidy widerruft energisch. "Ich bin von denen niemals interviewt worden! Die ganze Geschichte war von diesen Leuten erfunden. Es ist absurd, mit Jungs habe ich noch nie geschlafen. Nur, weil ich vielleicht recht gut aussehe und bekannt bin, werden mir immer wieder solche Geschichten angehängt! Erst habe ich gelacht, aber als dann mehrere andere Zeitschriften über dieses 'Interview' in dem dreckigen Homo-Magazin berichteten, wurde ich sauer. Durch die Berichte über das 'Interview' wurde die Story plötzlich glaubhaft. Das Homo-Magazin wollte Wind machen, das ist ihm gelungen. Ich hatte erst vor, es zu verklagen, denn heute lügen sie über mich, morgen lügen sie über einen anderen. Aber ich habe es doch sein lassen - es hätte zu viel Zeit, zu viel Geld und zu viel Energie gekostet. Obwohl ich ziemlich sicher den Prozess gewonnen hätte."
Nach einjähriger Pause kehrt David Cassidy nun in das Licht der Öffentlichkeit zurück. Er will nicht mehr der sein, der er einmal war. Sein Comeback soll der Beginn der Karriere des "richtigen" David Cassidy sein, des 25jährigen Sängers und Schauspielers, der seine alte Rolle abgelegt hat und weder sich noch seinem Publikum etwas vormachen will.
Kann ihm das gelingen? Es gibt da ein Beispiel. In den 50er Jahren gab es in den USA einen Schauspieler, George Reeves, der in Serienfilmen den Comic-Helden Superman spielte. Man identifizierte ihn mit seiner Rolle total, er WAR Superman. Und man lachte über ihn. Kam er nach Drehschluss abgeschminkt aus seiner Garderobe (statt durchs Fenster fort zu fliegen, wie man es vom Superman erwartete), alberten seine Kollegen: "Hey Superman, wo ist Dein Cape?" Eine andere Rolle konnte er nicht bekommen - er war auf das Superman-Klischee festgelegt. Eines Tages hielt George Reeves das nicht mehr aus. Er schoss sich eine Kugel durch den Kopf - um zu beweisen, dass auch er ein Mensch war.
Auch David Cassidy steckt in einem Klischee: in dem des 15jährigen Keith Partridge. Im Klischee des synthetischen Rockstars, dessen Karriere künstlich aufgeblasen wurde wie einst die der Monkees. Ob er wirklich etwas kann, fragt niemand. David IST Keith Partridge, gestern, heute und morgen. Er ist Teil des rosaroten Kinderhimmels, in dem auch die Osmonds lächelnd umherschwirren. Ob er will oder nicht.
"Die große Chance meines Lebens wurde durch diese Partridge-Jahre erbarmungslos manipuliert!" beklagt sich David bitter. "Ich war mitten in einer monumentalen Verschwörung, die mich wie eine Schachfigur hin und her bewegte. Ich konnte nichts mehr tun, was ich wollte. Als ich damals zum Beispiel im Rolling Stone nackt abgebildet wurde - und ich mochte diese Fotos sehr, sie waren wunderbar und kein bisschen obszön - , flippten die Leute, die mit meinem Teen-Image Geld verdienten, aus. Sie wollten mich aus dem Partridge-Vertrag rausschmeißen, obwohl das eigentlich gar nicht ging. Die Firma Kelloggs Corn Flakes, die die Serie finanzierte, wollte, dass ich nie wieder ihre Produkte anfasse. Dann schalteten sich die US-Teenmagazine ein, die auch mit mir Geld verdienten, und das noch möglichst lange wollten, und druckten angebliche Entschuldigungen, die ich nie gegeben hatte. Es passierte schon eine Menge Scheiße damals!"
Auch an der Partridge-Familie selbst lässt David kaum ein gutes Haar. Die Drehbücher gefielen ihm von Anfang an nicht, aber es war eben seine große Chance. Als er seinen Vertrga abschloss, wurde ihm gesagt, er brauche keine flachen Bubblegum-Songs singen. Solche Nummern aber kamen dann nur, fabriziert von Wes Farrell, der auch Cassidys erste LP auf dem Gewissen hatte. "Nach einiger Zeit ekelte ich mich vor dieser sogenannten Musik", bekennt David, "und das ging soweit, dass ich mich weigerte, selbst die Gitarre dazu zu spielen. Es war absoluter Mist! Die Produzenten sagten immer, das wäre die Musik, die die Kids wollen. Wie konnten sie das wissen? Das waren 50jährige Typen, die noch nicht mal ihre eigenen Kinder kannten!" David Cassidy steckte in einer gigantischen und gnadenlosen Maschinerie. Er arbeitete wie ein Tier: morgens Partridge-Aufnahmen, abends im Plattenstudio für die nächste seiner schlimmen LPs. Am Wochenende Konzerte und Marathon-Autogrammstunden, zwischendurch beim Essen Interviews und Fototermine. Das wirkte sich aus: "Ich kam eines Nachts von einem Konzert aus New Jersey zurück und wollte bis zum Partridge-Weckruf (um 6 Uhr früh!) noch etwas schlafen. Um 3 wachte ich plötzlich schreiend, mit furchtbaren Schmerzen. Um die zu betäuben, schlug ich so lange mit meinem Kopf an die Wand, bis der Doktor kam." Der Arzt stellte fest, dass Davids Gallenblase voller Steine war - eigentlich unmöglich bei einem so jungen Mann. Cassidy musste sofort operiert werden.
Seine Konzerte waren für ihn ein Witz. "Am Anfang habe ich sie noch ernst genommen, aber dann merkte ich, dass die Musik überhaupt nicht wichtig war. Das einzige Instrument, das da gespielt wurde, waren 20.000 schreiende Mädchen - der totale unerwachsene Lärm. Es war nicht wichtig, was ich tat. Selbst einen Tango von mir hätten sie nicht mitbekommen. In Deutschland probierte ich es aus und tanzte 'Tea for two'. Und wirklich - keiner merkte es!"
Dann tourte er durch England und trat im Manchester-Theater auf. "Sie haben so laut geschrien, dass mir die Ohren wehtaten. Meine Verstärker waren voll aufgedreht, doch ich hörte meine Musik noch nicht mal, wenn ich ganz dicht ran ging. Auf einem Balkon stampften sie so sehr, dass er bebte und der Putz abfiel. Es war unglaublich! Ich sah genau: wenn sie so weitermachen, stürzt das Ding ein und alle sterben. Dann kam endlich jemand und stützte den Balkon mit einer Stange notdürftig ab. Ich versuchte, die Mädchen zu beruhigen und vom Balkon zu bringen. Zum Glück klappte es, nichts passierte. Aber dann, in London, starb ein Mädchen..."
Der Tod der 14jährigen Bernadette war für David Cassidy ein Schock, der seine Karriere völlig umkrempelte. Er trat ab als Keith Partridge, entschlossener als je zuvor. Seit zwei Jahren schon gab er in den USA kein Konzert mehr. Er zog sich zurück, ein Jahr lang, um als neuer Mensch zurückzukehren.
Er will jetzt in neue Gebiete vorstoßen, als reifer, erwachsener Künstler. Er wechselte die Plattenfirma, und seine erste neue LP entstand in Zusammenarbeit mit Leuten wie Harry Nilsson und Ex-Beach-Boy Bruce Johnston. "Seite 1 zeigt den Popstar, Seite 2 ist ausgeglichener. Bruce hat die meisten Gesangsarrangements geschrieben. Ich bringe da u. a. eine Version vom Beach-Boys-Klassiker 'Darlin'. Das ist die erste Platte, die so ist, wie ich es immer wollte. Als ich sie begann, wusste ich genau, was zu tun war. Ich war Co-Produzent der Platte, und ich stehe voll dahinter!"
Diese LP soll für David die Kugel sein, die den Superman einst erschoss. Keith Partridge ist für ihn gestorben, jetzt ist er der "echte" David Cassidy.
Werden auch seine Fans ihn so anerkennen?
English Translation
"I won´t do this any longer", said David Cassidy a year ago.
He - the dream of millions of girls in the whole world - was sick to death playing a 15-years-old who drives butt-swinging kids crazy.
He cut off his hair to symbolise his break with the past. Now - 12 months later - he´s back. The hair is grown again and a new single and a new album are released for his comeback. David Cassidy is considerate and the old one. Or?
POP-reporter Barry Levine had to visit the 25-years-old at home in Los Angeles. Reckless and being frank with his teeny-stardom in the past, Barry Levine got a reexperience with
David Cassidy, intimate as never before
The story starts with a scene - lcould be one of the bad verisons of Partridge scripts:
David´s coming outside dressed in a white suit and sit down on a lawn chair. Immediately he´s jumping off. A few hours before it was raining and the pillow was like a wet eraser.
David´s trousers are completely wet. He runs in, gets a towel and tries to rub down. Minutes later he´s back.
David hasn´t changed - even the same cute boy with his long hair and that smile could seduce millions of girls.
How about the interview in a german gay-magazine?
He revokes active "I´ve never given an interview. The whole story was faked by this people. It´s so absurd. I´ve never slept with men. Only while looking pretty good and being famous they´re building such stories about me. First I´ve laughed about it. But more and more magazines printed this story and people came up to believe. I´ve got angry and would sued them, because today they are lying about me and tomorrow at another. But I´ve decided to leave - to much time, money and energy. Although I´m really sure I´d win the lawsuit.
After a one-year-retirement David is back in public lights. He won´t be the same person he was. His comeback should start the career of a "real" David Cassidy as singer and actor. He pulled off the old part and he won´t fool his audience and himself.
Will he have success. There´s one example of the 50´s:
The US actor George Reeves was playing in a production run the comic-hero Superman. He was so identified wis this role - he WAS Superman. And they laughed at him: at days end after a production, coming out of his dressingroom without makeup by foot and not flying trough the window, his colleagues ridiculed him "Hey superman, where is your cape?". After all he wasn´t able to get another role - he was appointed to this cliché of superman. He can´t stand it any longer and shot a bullet trough his head. To circumstance he´s a real person.
David Cassidy is locked in this cliché as well: the 15-year-old Keith Partridge. And in the cliché of a synthetic rock star whose career was man-made like The Monkees. If he could play or act nobody asked for.
David is Keith Partridge, yesterday, today and tomorrow. He´s the part of kid´s pink sky. There are also The Osmonds smiling and whiring around. Whether he will or not.
"The big chance of my life was merciless manipulated in this years of Partridge", he complains bitter. " I was in the middle of monumental complet, like a chessman I had to see-saw. I couldn´t do anything I wanted to do. In such a way I was printed nude on the cover of Rolling Stone - I love this pics, they are wonderful and not obscene - the people who were earning their money with my teen-image freaked out. They weren´t able to finish my Partridge-contract but they tried to do this. I was wanted never touching a product of Kelloggs Corn Flakes - they financed The Partridge Family.
Then all US teeniemagazines - they tried to make more money with me for a long time - printed alleged apologies I´ve never said. Many shit had happened."
David is going to excoriate The Partridge Family. From the very first he didn´t liked the scripts - but it was his big chance. As he signed the contract he was said that he couldn´t have to sing bubblegum-songs. But only such songs are coming up. Produced by Wes Farell also his first solo-album. "By-and-by I had to execrate this so-called music", he has to admit, "and it goes to such lengths that I´ve refused playing the guitar. Absolutely bullshit. The producers told me that´s the stuff the kids would like to hear. How did they know? They are 50 years and didn´t know their own kids."
David Cassidy was in the middle of a giantic and merciless machinery. He was working like a dog: at the morning shooting programme, in the evening recordings at the studio for the next bad album. At weekends he played concerts and had marathon session for giving autographes. And short interupts were filled with interviews and photoshootings - during his lunch- or dinnertime.
All this made an impact on him: "One night, coming back from a concert in New Jersey to get some sleep, I woke up at 3am in terrible pain. The doctors told me about my gallbladder full of stones and this couldn´t be able in my young age.
Cassidy had to be operated on immidiatly.
The concerts were jokes to him. "At the beginning I´ve taken the concerts seriously. But I´ve to realize the music wasn´t important for the audience. The only musical instrument then were 20.000 screming girls - nonadult noise. It wasn´t important what I did - they hadn´t indentified a tango. In Germany I´ve proved it and danced the "Tea for Two" and really, they didn´t noticed.
Then he toured in UK and had a concert in Manchester: "The crowed was so loud hurting my ears. The amps were an full power but I didn´t heard anythin. Stamping on the balcony until it had trembled and the on-wall was fallen. It was unbelievable. If they wouldn´t stop, the whole thing shuts down.. Somebody came over and braced it needy with a rod. And I´ve tried to calm them down. Lucky they did. But later in Lodon a girl died.
The death of 14-year-old Bernadette shocked David. He rolled up his whole career - he retired as well as Keith Partridge. For two years he wasn´t playing a concert in US. He withdrew from all this for a year to come up as new man.
Now he´ll push forward in new domains - as an adult and mature actor. He changed the record label and his first new album is generated in collaboration with people like Harry Nilsson and the "Ex-Beach-Boy" Bruse Johnston. "Side one showes the popstar, side two is more evenly. Most of the arrangements for the guitar are written by Bruce. I do a version of the classical song "Darlin" from The Beach Boys.
This is the first album I did my way. From the beginning I knew what to do. I´m the co-producer and I stand it.
This album should be the bullet which had shot superman once. Keith Partridge is dead forever, now he´s the "real" David Cassidy.
Would his fans accept him ?
